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Erobella Podcast über Erotik, Lust und Sexarbeit

Neu: Erobella Podcast über Erotik, Lust und Sexarbeit

Es gibt einen neuen Stern am Podcast-Himmel: das Erotikportal Erobella startet einen eigenen Podcast, in dem es um Erotik, Lust und Sexarbeit geht. Die Moderatorin des Podcasts ist die Berlinerin Samantha Jones, die sowohl von den heißesten Events des Landes berichten als auch tiefe Einblicke in unser aller Lieblingsthema Sex präsentieren wird. Den Anfang macht sie mit einer Interview-Folge und ihre Gesprächspartnerin ist dabei keine geringere als die Domina Lady Velvet Steel. Sie erzählt aus ihrem BDSM-Studio “Lux” in Berlin, über die bald dort stattfindende Kunstausstellung “Kunst.Sex.Geld” und das Selbstverständnis der Szene. Wir stellen unseren LeserInnen diese erste Folge des Erobella Podcasts exklusiv in lesbarer Form zur Verfügung. Viel Spaß!

Samantha:

Herzlich willkommen beim Erobella Podcast, dem Podcast über Erotik, Lust und Sexarbeit. Ihr Lieben, das erste Interview, so wie angekündigt, darf ich heute aus dem Studio Lux führen. Neben mir sitzt netterweise:

Lady Velvet Steel:

Hi, ich bin Lady Velvet Steel. Ihr dürft mich auch Fabienne nennen und herzlich willkommen Sam, schön dass du hier bist.

Samantha:

Studio Lux ist schon seit längerem eine Größe in Berlin, wenn es um Dominastudios geht. Vielleicht magst du auch kurz ein bisschen was zu euren Räumlichkeiten sagen.

Lady Velvet Steel:

Das Lux existiert mittlerweile seit 2015 und von einem kleinen Projekt von drei Leuten um sich einen Arbeitsplatz zu schaffen, ist es gewachsen zu ich glaube Berlins größtem Domina Studio. Wir haben mittlerweile zwei Locations in der Ringbahnstraße. Wir sitzen hier im Tempelhofer Damm im Studierzimmer. Da könnt ihr einen klitzekleinen Einblick bekommen. Wir haben acht Spielzimmer. Wir sind ein klassisches Dominastudio, also Domina/Bizarr-Studio. Man kann sich hier für sexuelle Dienstleistungen einmieten, unsere Mietenden hier treffen. Wir machen privat Vermietungen und wir bieten auch ein Kurswesen an für alle Kurse rund um SM, BDSM, Erotik und Conscious Sexuality.

Samantha:

Wenn wir über Sexarbeit sprechen, bist du sehr engagiert und du setzt dich für die Rechte von Sexarbeitenden ein. Du bist aber auch noch ganz anders unterwegs. Das ist auch der Grund, warum wir heute hier sitzen. Nämlich hast du eine Vernissage am 9. April hier in diesen Räumlichkeiten. Vielleicht magst du ein bisschen selbst darüber erzählen, wer denn diese Vernissage alles mit ausstattet und wie du auf diesen Gedanken gekommen bist.

Lady Velvet Steel:

Es gibt immer diese Diskussion über Privilegien. Wie unterschiedlich wir privilegiert sind und wie schwierig es ist, für Leute in der Sexarbeit Aktivismus zu betreiben oder auch nicht. Und dann gibt es immer diese Fremdzuschreibungen von außen. Was es sehr viel gibt, sind Menschen, die über Sexarbeit sprechen, die auch über Orte von Sexarbeit sprechen und selbst oft entweder keine Berührungspunkte haben oder sehr abstruse, abwegige Vorstellungen mitbringen, die gefüttert werden von den schlimmen Bildern aus dem Tatort, wo die Sexarbeiterin immer nur die leblose Mordopfer-Puppe ist, die man im Müll findet und solche abgrundtief hässlichen Bilder. Und in der Presse findet man, wenn man über Sexarbeit forscht und über die Arbeitsplätze von Kolleginnen, meist immer diese eingängigen Bilder von halb abgeschnittenen Beinen, die sich auf irgendwelchen Barhockern rum lümmeln oder Beinen, die sich auf irgendwelchen Doppelbetten befinden, die alle rosa ausgeleuchtet sind. Und historisch gesehen sind Bordelle eigentlich schon immer Plätze gewesen, in denen sich Kunst und Kultur und auch subversive Kräfte und politische Strömungen getroffen haben. Dort wurde ausgelassen gefeiert, es wurde sich vernetzt und es sind auch Plätze des Forschens und des Lernens.

Nicht nur über Sexualität, auch über Kommunikation, über Safer Sex und so weiter. Und diese, diese Netzwerke und diese Orte des Zusammenkommens in einer Prostitutionsstätte, also in einem Sexarbeitsbetrieb, da wollte ich das Lux gerne auch wieder so ein bisschen etablieren. Wir bieten ja einerseits die Kurse an, die richten sich mittlerweile auch verstärkt an Privatpersonen. Das heißt, Leute kommen hierher und lernen quasi von dem Expertenwissen von Sexarbeitenden. Und das ist natürlich super und da war natürlich der nächste Schritt: So, jetzt muss auch die Kunst kommen. Was mir da natürlich ein bisschen geholfen hat, ich bin befreundet mit Lilith Terra, Terra organisiert Fetish und Erotik Ausstellungen mit vor allem Fotografien und Kunst und Performance. Und wir kennen uns auch schon ganz lange und sind befreundet. Und dann hat sich das so beim Gespräch ergeben, dass es eigentlich toll wäre, das doch auch mal im Lux zu machen. Und geplant ist jetzt eine längere Veranstaltungsreihe. Wir würden gerne so zwei, drei Mal im Jahr eine Ausstellung hier abhalten und mir war unglaublich wichtig, dass die erste Ausstellung sich exklusiv mit der Kunst von sexarbeitenden Menschen beschäftigt.

Das heißt also, wir haben ausgeschrieben, dass sich Sexarbeitende die Kunstschaffende sind mit ihren Arbeiten hier bewerben können, außer mir haben wir die leider, leider in seinem sehr langwierigen, sehr schwierigen Prozess auswählen müssen. Wir haben uns leider auf sehr wenige beschränken müssen. Es waren wirklich wahnsinnig viele tolle Bewerbungen. Also es hat uns auch umgehauen, wie viele Leute sexarbeitend sind und Kunst machen.

Samantha:

Ich freue mich auf den 9. April, da findet die Vernissage statt, hier im Lux. Magst du den Titel schon mal bekannt geben und vielleicht mal ein bisschen erzählen, was denn zu erwarten ist und vielleicht auch noch mal, wo man Tickets bekommt? Das wäre eine wichtige Sache.

Lady Velvet Steel:

Gute Idee! Ihr findet auf jeden Fall einen Link hier unten drunter. Ihr könnt noch fünf Tage vor Veranstaltungsbeginn,  also bis zum 4. April könnt ihr Tickets im Internet kaufen, noch vergünstigt 30 € das Stück. Wir bieten euch bei der Ausstellung “Kunst.Sex.Geld” eine handverlesene Auswahl an sexarbeitenden Kunstschaffenden, die ihre Bilder ausstellen, ihre Objekte ausstellen und wir haben ein breites Performance Angebot, es gibt Videos, also der ganze Laden hier wird bespielt. Ihr könnt ins Lux kommen. Wir machen alle Räume auf und überall hängen Bilder. Ihr könnt euch alles angucken und natürlich auch die Performances betrachten. Es wird auch ein rauschendes Fest sein. Wir haben einen sexarbeitenden Kollegen, der auflegt für uns und der Musik macht. Und es gibt eine kleine Soli Bar. Wir arbeiten da sehr eng mit der Sexarbeiter Union zusammen, also mit der Gewerkschaft für Sexarbeitende, und freue mich da schon ganz hervorragend darauf, dass wir alle zusammen einen tollen Event auf die Bühne stellen.

Samantha:

Das klingt nach nicht nur einem halben Stündchen!

Lady Velvet Steel:

Nein, wir fangen um sechs Uhr an und es geht die ganze Nacht. Ich würde euch aber trotzdem empfehlen: Erstens holt euch eine Karte im Vorverkauf weil wir deckeln irgendwann, irgendwann lassen wir dann keinen mehr rein. Also Abendkasse ist ein bisschen kritisch, kostet auch ein bisschen mehr. Aber es wird auf jeden Fall großartig. Kommt zahlreich!

Samantha:

Ich kann es nur empfehlen. Ich werde auf jeden Fall da sein und ich werde auch hoffentlich von dem Abend berichten.

Lady Velvet Steel:

Ihr könnt Tickets bestellen unter smkurse.de, da findet ihr auch unser ganzes Workshop Programm.

Samantha:

Wenn ich bezahlen möchte, kann ich mit Paypal bezahlen?

Lady Velvet Steel:

Nein, Kreditkarte, Banküberweisung und auch Klarna funktionieren. Wir selbst… na ja, das ist so ein bisschen zweischneidig: Einerseits boykottieren wir Paypal, weil die so sexarbeitsfeindlich sind, andererseits möchten wir unsere Zahlungen nicht über Paypal abwickeln, weil die uns wahrscheinlich sowieso nach kürzester Zeit rauswerfen und dann aber schön das Geld ein halbes Jahr behalten.

Samantha:

An dieser Stelle würde ich sagen, für heute vielen herzlichen Dank. Es sei denn, du hast noch ein paar Themen, die du gerne loswerden möchtest.

Lady Velvet Steel:

Also über Sexarbeit kann ich natürlich immer stundenlang reden, vor allem auch über die Rechte von Sexarbeitenden. Das ist mir ein Herzensthema und mein Appell an euch ist jetzt einmal: Bitte überlegt euch, wie ihr, auch im Internet, eure Sprache benutzt. Ich höre immer so abwertende Beschimpfungen wie “Hurensohn” und so weiter. Lasst das bitte. Das trifft immer uns und ist nicht so der edgy take, wie man so denkt. Und das ist Sexarbeitsstigmatisierung. Und dann wollte ich euch natürlich auch dazu einladen, redet bitte mit Sexarbeitenden, nicht über uns. Kommt, redet mit uns und nutzt die Gelegenheit, hinter die Kulissen zu gucken. Kommt im Lux vorbei, seht euch an wie das hier läuft und guckt euch auch die Berichterstattung über Sexarbeit kritisch an und überlegt euch mal, wer gewinnt daran? Und was ist es eigentlich, was da an Informationen transportiert werden soll? Danke.

Samantha:

Ich danke dir. Ich freue mich auf den neunten April und ich bin gerade total geflasht von dem was du sagst, du bist ja hier eindeutig der alte Interview-Hase von uns beiden (lacht). Danke!

Lady Velvet Steel:

(Lacht) Danke. War mir ein Fest.

Samantha:

Vielen herzlichen Dank fürs Zuhören beim Erobella-Podcast. Der Podcast über Erotik, Lust und Sexarbeit.


Weiterführende Informationen:
smkurse.de
erobella.com
lilithterra.com
ladyvelvetsteel.com
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